Holzfenster streichen: Intervalle, Aufwand und die Alternative
Ein Holzfenster ist ein gutes Bauteil. Es dämmt von Natur aus, es lässt sich reparieren, und es sieht von innen besser aus als jedes Kunststoffprofil. Es hat genau eine Bedingung: Aussen muss der Anstrich intakt bleiben.
Warum das Intervall vier bis acht Jahre beträgt
Die Aussenseite eines Fensters ist der Witterung schutzlos ausgesetzt. UV-Strahlung baut das Bindemittel im Lack ab, Regen und Schnee arbeiten an den Kanten, und die tägliche Temperaturdifferenz lässt Holz und Beschichtung unterschiedlich arbeiten. Irgendwann reisst der Film, und dann geht es schnell.
Wie lange es dauert, hängt vor allem von der Lage ab:
- Süd- und Westseite ohne Dachvorsprung: eher vier bis fünf Jahre.
- Ost- und Nordseite oder unter einem grosszügigen Vordach: eher sieben bis acht Jahre.
- Alpine Lage mit viel Schnee und starker Sonneneinstrahlung: am unteren Ende der Spanne.
In der Region Einsiedeln, mit Höhenlage, viel Niederschlag und intensiver Sonne auf dem Schnee, sind Holzfenster stärker beansprucht als im Flachland.
Woran Sie den richtigen Zeitpunkt erkennen
Der Fehler, der am meisten kostet, ist zu langes Warten. Prüfen Sie einmal im Jahr, am besten im Frühling:
- Kanten und Ecken der Flügel. Dort reisst der Anstrich zuerst.
- Die Unterkante des Flügels und den Wetterschenkel. Dort steht das Wasser.
- Den Anschluss von Glas zu Rahmen. Ist die Fuge noch geschlossen?
- Die Farbe insgesamt. Matt und kreidend heisst: Der Film ist ausgedünnt.
- Das Holz selber. Drücken Sie mit dem Daumennagel in die Unterkante. Gibt es weich nach, ist Wasser drin.
Solange der Anstrich nur matt und leicht angewittert ist, genügt Anschleifen und ein neuer Auftrag. Sobald das Holz offen liegt oder gar grau geworden ist, kommt Vorarbeit dazu. Und wenn es weich ist, wird aus dem Malerauftrag eine Schreinerarbeit.
Was ein Neuanstrich tatsächlich bedeutet
Der Farbeimer ist die kleinste Position. Der Aufwand liegt woanders:
- Fenster ausbauen oder aushängen, oder Gerüst und Hebebühne stellen
- Beschläge demontieren oder sorgfältig abkleben
- Alte Beschichtung anschleifen oder abtragen
- Schadstellen ausbessern, gegebenenfalls Holz ersetzen
- Grundieren, zwischenschleifen, zweimal decken
- Trocknungszeiten einhalten, bei kühlem Wetter dauert das
- Wieder montieren und einstellen
Über zwanzig Jahre gerechnet sind das drei bis fünf solche Durchgänge. Jeder mit Vorbereitung, Wartezeit und Wiederinbetriebnahme.
Die Alternative: einmal statt fünfmal
Statt den Aussenanstrich immer wieder zu erneuern, lässt sich der Flügel aussen mit einer Metallschale verkleiden. Aus dem Holzfenster wird ein Holzmetallfenster. Innen bleibt alles, wie Sie es kennen, aussen ist das Holz hinter Metall geschützt und muss nie mehr gestrichen werden.
Die Rechnung ist einfach: eine einmalige Investition gegen drei bis fünf Anstriche über die Restlebensdauer des Fensters. Bei der Beurteilung geht es darum, ob sich der Aufwand für Ihre konkreten Fenster lohnt, und das hängt vom Zustand des Holzes und von der verbleibenden Lebensdauer ab. Alles dazu steht unter Holzfenster mit Metall aufrüsten.
Wenn es schon zu spät ist
Wenn das Holz an mehreren Fenstern weich ist, das Wasser hinter dem Anstrich sitzt und die Flügel sich verworfen haben, ist die Frage nicht mehr Streichen oder Aufrüsten, sondern Sanieren oder Ersetzen. Diese Abwägung führen die sechs Fragen unter Sanieren oder ersetzen durch.
Ein Rat zum Schluss: Machen Sie einmal im Jahr eine Runde ums Haus und schauen Sie sich die Fensterunterkanten an. Diese zehn Minuten sind die günstigste Wartung, die es an einem Holzfenster gibt.
Welche Beschichtung auf ein Holzfenster gehört
Nicht jede Farbe aus dem Baumarkt ist für ein Fenster gemacht. Auf einem Fensterflügel arbeitet das Holz mit der Witterung, deshalb muss die Beschichtung mitarbeiten können.
Dünnschichtlasur lässt die Maserung sichtbar, dringt ins Holz ein und bildet kaum Film. Sie wittert gleichmässig ab und lässt sich später einfach überarbeiten, dafür muss sie öfter erneuert werden. Für Fenster ist sie eher zu wenig.
Dickschichtlasur bildet einen geschlossenen Film und schützt deutlich länger. Sie ist der übliche Standard am Holzfenster. Wichtig ist, dass sie an allen Kanten in ausreichender Schichtdicke liegt, denn dort versagt sie zuerst.
Deckende Systeme schützen am besten gegen UV-Strahlung, weil das Pigment das Licht abhält. Dafür sehen Sie unter der Farbe nicht mehr, was das Holz macht. Ein Schaden fällt später auf.
Entscheidend ist in allen Fällen: nie ein neues System auf ein altes streichen, das man nicht kennt. Wenn unklar ist, was drauf ist, wird angeschliffen und mit einer Probefläche geprüft, ob das neue Material haftet.
Die zwei Stellen, an denen jeder Anstrich zuerst versagt
Die erste ist die untere Flügelkante mit dem Wetterschenkel. Dort läuft alles Wasser hin, das über die Scheibe kommt. Wenn die Beschichtung dort nur dünn liegt, zieht Feuchtigkeit ins Hirnholz ein und arbeitet von innen.
Die zweite ist der Anschluss von Glas zu Holz. Die Versiegelung dort wird spröde, es entsteht ein Haarriss, und Wasser steht im Glasfalz. Von aussen sieht man lange nichts.
Wer beim jährlichen Rundgang genau diese zwei Stellen prüft, erkennt einen beginnenden Schaden Jahre vor dem Punkt, an dem aus dem Malerauftrag eine Schreinerarbeit wird.