Schimmel am Fensterrahmen entfernen und dauerhaft verhindern
Ein schwarzer Rand auf der Fensterdichtung, kleine Punkte in der Ecke der Laibung, ein grauer Schleier auf dem Holzrahmen. Schimmel am Fenster ist im Winter ein Dauerthema, und er kommt fast immer nach demselben Muster zurück, wenn man nur die sichtbare Stelle putzt.
Warum ausgerechnet am Fenster
Schimmel braucht drei Dinge: Feuchtigkeit, Nährboden und eine Temperatur, die ihm passt. Am Fenster sind alle drei zusammen. Die Fensterlaibung und der Glasrand sind die kältesten Stellen im Raum, dort kondensiert Feuchtigkeit zuerst. Staub, Pollen und Hautschuppen auf der Dichtung sind der Nährboden. Und warm genug ist es in einer beheizten Wohnung ohnehin.
Deshalb sagt Schimmel am Fenster fast immer dasselbe: An dieser Stelle war über längere Zeit Wasser. Warum, das steht im Ratgeber Kondenswasser am Fenster innen.
So entfernen Sie den Belag richtig
Für kleine Stellen bis etwa eine halbe Quadratmeter können Sie das selber machen. Arbeiten Sie mit Handschuhen, mit offenem Fenster und ohne Schleifen oder Bürsten, das verteilt die Sporen im Raum.
- Fenster öffnen und Raum lüften. Während der ganzen Arbeit und danach.
- Handschuhe und bei grösseren Flächen eine Maske anziehen.
- Fläche befeuchten, damit nichts stäubt. Ein Sprühnebel genügt.
- Mittel wählen. Auf Kunststoff, Glas und lackiertem Holz wirkt hochprozentiger Alkohol, mindestens siebzig Prozent, gut und rückstandsarm. Auf Silikonfugen braucht es meistens ein Mittel auf Chlorbasis. Beachten Sie die Herstellerangaben und mischen Sie niemals verschiedene Reiniger.
- Einwirken lassen und mit Einwegtüchern abnehmen. Tücher direkt in einen Abfallsack, nicht in die Wäsche.
- Nachtrocknen lassen und die Stelle in den folgenden Wochen beobachten.
Was Sie nicht tun sollten: trocken abbürsten, mit dem Staubsauger absaugen, die Stelle einfach überstreichen. Farbe versiegelt die Feuchtigkeit ein und der Befall kommt unter der Farbschicht zurück.
Der zweite Schritt, den fast alle auslassen
Nach der Reinigung ist der Befall weg, die Ursache aber nicht. Gehen Sie diese Punkte durch:
- Wie lüften Sie? Kippstellung über Stunden kühlt die Laibung aus und tauscht kaum Luft. Kurzes Querlüften ist wirksamer und kostet weniger Heizenergie.
- Wie hoch ist die Raumfeuchte? Ein Hygrometer kostet wenig. Im Winter sollten es vierzig bis fünfzig Prozent sein.
- Steht ein Möbel dicht an der Aussenwand? Eine Handbreit Abstand macht messbar etwas aus.
- Wird der Raum beheizt? Ein kaltes Schlafzimmer neben einem warmen Wohnzimmer ist ein Klassiker: Die warme, feuchte Luft wandert hinüber und kondensiert dort.
- Schliesst das Fenster noch dicht? Eine harte Dichtung lässt kalte Luft an Stellen, wo sie nicht hingehört. Dann kondensiert es genau dort.
Wann das Fenster selber schuld ist
Es gibt Fälle, in denen kein Lüftungsverhalten mehr hilft:
- Die Dichtung ist hart, rissig oder liegt nicht mehr an. Der Flügel schliesst zwar, dichtet aber nicht.
- Der Flügel hat sich gesenkt, der Anpressdruck stimmt nur noch auf einer Seite.
- Der Rahmenanschluss zur Mauer ist undicht, es zieht seitlich vorbei.
- Bei einem Holzfenster ist der Aussenanstrich offen, Wasser wandert ins Holz und drückt von innen durch.
Diese vier Punkte lassen sich in aller Regel reparieren, ohne dass ein neues Fenster nötig wird. Dichtungen ersetzen und Beschläge einstellen gehört zum Fensterservice, und ein einzelner klemmender oder undichter Flügel ist ein Fall für die Fensterreparatur.
Wann Sie nicht mehr selber weitermachen sollten
Rufen Sie eine Fachperson, wenn die befallene Fläche grösser ist als eine halbe Quadratmeter, wenn derselbe Fleck nach der Reinigung innert Wochen zurückkommt, wenn Schimmel hinter der Verkleidung oder im Mauerwerk sitzt oder wenn im Haushalt Allergien und Atemwegserkrankungen bestehen. In diesen Fällen geht es nicht mehr um Putzen, sondern um die Bauphysik.
Für alles, was mit dem Fenster selbst zu tun hat, genügt ein Anruf. Ein Foto von der befallenen Stelle und eines vom ganzen Fenster reichen meistens für eine erste Einschätzung.
Woran Sie erkennen, ob der Schimmel wiederkommt
Den Belag zu entfernen ist der einfache Teil. Die eigentliche Frage ist, ob er in drei Monaten wieder da ist. Diese Kontrolle gibt Ihnen die Antwort, bevor Sie es sehen.
Prüfen Sie nach vier Wochen die gereinigte Stelle bei Tageslicht. Nicht auf Flecken achten, sondern auf den Glanz. Eine Fuge, die morgens matt und leicht feucht wirkt, obwohl im Raum niemand geduscht hat, trocknet nicht mehr richtig ab.
Beobachten Sie die Fensterbank am Morgen. Steht dort Wasser, obwohl Sie am Abend gelüftet haben, ist die Feuchtigkeitsbilanz des Raums noch nicht in Ordnung.
Achten Sie darauf, ob es an einer oder an mehreren Stellen auftritt. Eine einzelne Ecke deutet auf eine örtliche Kältebrücke oder auf eine undichte Stelle am Fenster. Mehrere Fenster im gleichen Raum deuten auf zu viel Feuchtigkeit im Raum insgesamt.
Fühlen Sie die Wand neben dem Fenster. Ist sie deutlich kühler als die übrige Aussenwand, liegt dort eine Kältebrücke. Das ist ein Thema für die Bauhülle, nicht für das Fenster.
Wenn der Belag trotz konsequentem Lüften wiederkommt, ist die Ursache mechanisch. Dann steht das Fenster falsch, die Dichtung ist hart, oder das Glas ist zu kalt für den Raum. Genau diese drei Punkte werden bei einer Fensterreparatur angeschaut, und in der Regel ist die Sache in einem Termin erledigt, weil die passenden Dichtungsprofile im Servicebus liegen.